Wie finanziere ich eine Weltreise?

Eine Frage, die sich wohl jeder stellt, der mit dem Gedanken spielt auf Weltreise zu gehen… Wie finanziere ich mir den ganzen Spaß? In diesem Beitrag wollen wir dir gerne Tipps und Anregungen mit an die Hand geben, wie auch du dir eine Weltreise finanzieren kannst.

Wo fängt man an?

Wenn du nicht gerade aus einem sehr wohlhabenden Elternhaus kommst oder kurz vor der Reise im Lotto gewonnen hast, ist die Frage nicht ganz unberechtigt. Auch wir haben lange hin und her gerechnet, als wir den Entschluss gefasst haben, unseren großen Traum endlich anzupacken. Besonders ich (Maren) war zu diesem Zeitpunkt noch ein sehr sicherheitsliebender Mensch.  

Natürlich können wir dir hier nicht den ultimativen Fahrplan für deine Weltreisekosten geben, also Nagel uns bitte nicht darauf fest ;D So unterschiedlich wie jeder einzelne von uns ist, sind natürlich auch die jeweiligen Kosten. Dabei spielt es eine große Rolle, wie wichtig dir ein gewisser Komfort ist, welche Unterkünfte du bevorzugst und ob du zum Beispiel eher schnell oder langsam reist. 

Wir haben uns vorgenommen eine gute Mischung aus Dorms (Mehrbettzimmern) und Doppelzimmern zu finden. Hostels bieten meistens mehr Raum für Gemeinschaft, sodass es einfacher wird, neue Leute kennenzulernen. Hotels dagegen bieten mehr Privatsphäre, um zwischendurch auch einfach mal in Ruhe zu entspannen. Natürlich ist auch hier alles eine Kostenfrage. Dorms gibt es oft schon (abhängig vom Land) ab 3,- € /Nacht, wogegen Hotelzimmer oft mindestens das Doppelte kosten.

Um dir dennoch einen kleinen Anhaltspunkt geben zu können, wollen wir dir in diesem Beitrag zeigen, wie wir bei unserer Kostenkalkulation vorgegangen sind und wie wir es geschafft haben, in recht kurzer Zeit ein gutes Startkapital zusammenzusparen. Denn in unseren Augen kann sich jeder eine Weltreise finanzieren.

Vorweg: Wir hätten wohl noch einiges mehr an Geld zusammenbekommen, hätte ich nicht noch meinen Motorrad-Führerschein samt Motorrad finanziert oder hätten wir auf unseren Bus „Rusty” und den damit verbundenen Ausbau verzichtet. Auch unserer Technik-Equipment haben wir nach und nach noch vor der Reise aufgestockt. Jedoch waren dies alles Dinge, für die wir uns aus dem Herzen heraus entschieden haben und wir bereuen nichts von dem. 

Einsparpotenzial erkennen und bewusst leben

Genau darauf kommt es unserer Meinung nach auch an! Niemand sollte sich für den Traum einer Weltreise in totalem Verzicht üben. Man sollte lieber lernen, bewusst mit seinem Geld umzugehen. So haben wir irgendwann angefangen, den Wert gewisser Sachen in Reisetage umzurechnen… statt 100,- € für neue Klamotten auszugeben, dachten wir eher an die 3 Tage in Thailand am Strand, die wir uns davon finanzieren könnten. Mit der Zeit wurde das Ganze zu einer Art Spiel für uns und fing an richtig Spaß zu machen. 

Weiter haben wir uns unsere finanzielle Situation bewusst gemacht und akribisch geguckt, an welchen Stellen wir unsere Ausgaben noch reduzieren können. Wir haben alle unnötigen Verträge und Mitgliedschaften gekündigt und unsere Autos verkauft. Zwar ein Komfort, auf den ich (bei einem Arbeitsweg von 50 Kilometern je Strecke) nur ungern verzichtet habe, aber ich wusste ja, wofür ich es tue. Und ganz ehrlich… soooo schlimm war das Zugfahren mit Aussicht auf die bevorstehende Reise dann gar nicht mehr. So konnte ich zumindest mal alle Bücher in Angriff nehmen, die ich bis dahin nicht geschafft hatte zu lesen. Think positive! ;D 

Nachdem wir nun also unsere verbleibenden Fixkosten mit unseren Einnahmen gegenübergestellt haben, setzten wir uns beide zum Ziel, jeden Monat einen guten Teil unseres Gehalts bei Seite zu legen, um die Weltreise finanzieren zu können. Selbstverständlich haben wir uns monatlich auch einen kleinen Puffer für Anschaffungen, Freizeit etc. freigehalten. Eine Liste, mit allen Dingen, die wir für unsere Reise noch zu besorgen hatten, sollte dabei einen besseren Überblick geben. 

Einige Wochen vor unserer Abreise begannen wir dann damit, unseren Hausstand langsam aufzulösen, denn unsere Wohnung hatten wir für unser großes Abenteuer gekündigt. Einige Dinge davon konnten wir verkaufen, andere haben wir Familie & Freunden vermacht.  

Wie genau es uns damit erging und wie wir zum Thema Minimalismus stehen, kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Es git jedoch auch Dinge, von denen wir uns bis jetzt nicht trennen konnten – unsere Motorräder und Rusty. Als wir Rusty kauften, war der Plan eigentlich, ihn nach dem Roadtrip durch Skandinavien wieder zu verkaufen, um so unser Startkapital noch einmal aufzustocken. Schnell haben wir aber gemerkt, dass dies vorerst keine Option für uns sein wird. Zu viel Schweiß und Herzblut sind in diesen Bus geflossen. Also haben wir ihn nun in Deutschland für die Zeit unserer Reise abgemeldet und untergestellt – genauso die Motorräder. Wir sehen sie als eine Art Sicherheitspuffer, für den absoluten Notfall! 

Weltreise finanzieren Geld sparen

Kostenkalkulation

Doch wie genau kalkuliert man jetzt die Kosten für eine Weltreise, wenn man weder weiß, in welche Länder es einen verschlägt noch wie lange man unterwegs sein wird? Denn alles, was wir vorab geplant hatten war ein Roadtrip durch Norwegen (max. 2,5 Monate) und anschließend 2 Monate Indonesien. Zwei Länder also, die kostentechnisch nicht weiter auseinander liegen könnten ;D

Das Wichtigste vorweg

Das Wichtigste ist unserer Meinung nach, so viel wie möglich auf sich zukommen zu lassen. So kann man die Zeit unterwegs viel unbeschwerter genießen, ohne sich zu stark einschränken zu müssen. Wärst du enttäuscht, wenn du schon nach 11 statt 12 Monaten zurückkehren musst, weil dein Budget es nicht anders hergibt? 

Ist es nicht viel wichtiger, alles aus seiner Reise rauszuholen und jede einzelne Minute voll auszukosten? Wir finden, dass die Zeit und vor allem die vielen wundervollen Erfahrungen letztendlich viel wertvoller sind, als ständig dem Geld hinterher zugucken. Es sind Erinnerungen, die für die Ewigkeit bleiben und die kann dir hinterher keiner mehr nehmen.
Denn seien wir mal ehrlich: Wer kann seine Blicke über die Schönheit und Vielfalt der Welt da draußen richtig schweifen lassen, wenn die Augen eigentlich dauerhaft über dem Budget kleben? Natürlich heißt das nicht gleich, dass du dein Geld sinnlos zum Fenster rausschmeißen sollst – machen wir auch nicht! Aber verzichte nicht auf eine großartige Erfahrung (von der du vielleicht ebenfalls schon lange träumst), nur weil sie mal einige Euro über deinem Budget liegt.

Wie haben wir unser Budget festgelegt?

Wir warfen spontan eine Zahl in den Raum, mit der wir uns sehr wohl gefühlt haben… 1.000,- €… das sollte unser angepeiltes Budget für den Monat (33,- € pro Tag) werden. In Skandinavien sicherlich schwer zu halten, in Südostasien dafür schon umso realistischer.

Wie hoch unsere Kosten für einen Roadtrip durch Norwegen letztendlich waren, liest du hier.

Natürlich wussten wir bereits im Vorhinein, dass die Kosten je Land und Aktivitäten vor Ort schwanken werden, doch durchschnittlich wollten wir versuchen, nicht mehr als 1.000,- € monatlich auszugeben (für uns beide zusammen, versteht sich). Anpassen kann man das Budget zur Not immer noch, sagten wir uns. 

Dennoch haben uns von Anfang nicht an eine Summe X gebunden, die wir mindestens erreichen müssen, um los zu reisen! Vielmehr haben wir einfach versucht, unser Geld zusammenzuhalten, um möglichst viel erleben zu können. Mit diesem Gedankenansatz kann sich unserer Meinung nach jeder eine Weltreise finanzieren, ohne enttäuscht zu werden.

Warte also nicht unbedingt, bis du Summe X zusammen gespart hast, denn dann wirst du unter Umständen nie losziehen. Halte dein Geld lieber bis zu deinem Abflug gut zusammen und freue dich anschließend über jeden einzelnen Tag, den du unterwegs sein darfst. Sei dankbar diese Erfahrung (wie lange sie auch immer dauern wird) machen zu dürfen und mach den Wert deiner Reise nicht an einer Geldsumme oder einem erreichten Zeitraum fest.
Wie du siehst, hängt es in unseren Augen mehr von der inneren Einstellung und den persönlichen Prioritäten ab, ob man sich eine Weltreise finanzieren kann oder nicht.

Nützliche Tools

Wenn du deine voraussichtlichen Ausgaben etwas genauer als wir kalkulieren möchtest und eventuell auch schon weist, welche Länder du alle bereisen willst, schau mal auf Webseiten wie https://nomadlist.com vorbei. Hier kannst du dich über die Gegebenheiten und Lebenshaltungskosten vor Ort informieren. 

Um unsere Kosten während der Reise immer im Blick zu behalten, notieren wir alle Ausgaben in einer App. Anfangs nutzten wir noch eine selbst erstellte Excel-Liste dafür. Jedoch hat man seinen Laptop nicht immer griffbereit, um alles direkt zu notieren, weshalb bei uns einiges unterging. Mit der App „MoneyControl” hast du alle Ein- und Ausnahmen auf einem Blick und kannst diese auch offline jederzeit über dein Smartphone notieren. Wir erstellen für jedes Land eine eigene Gruppe und nutzen Kategorien für eine präzise Unterteilung der Ausgaben. Später kannst du dir dann über frei wählbare Zeiträume entsprechende Berichte und Entwicklungen als PDF anzeigen lassen und diese auch ausdrucken oder dir per Mail schicken. Ein begrenzter Zugriff auf die Basic-Version der App ist kostenlos. Solltest du die App, regelmäßig nutzen wollen, kannst du einzelne Features als In-App-Kauf (1-2 €) dauerhaft freischalten. 

Ausgaben überwachen Kosten Überblick Kostenaufstellung

Hinweis: Dies ist eine unbezahlte Werbung ohne Auftrag! Wir möchten dir lediglich hilfreiche Tools an die Hand geben, die uns im Alltag auf Reisen unterstützen.


Wie behältst du den Überblick über deine Ausgaben auf Reisen und was hilft dir bei der Kalkulation? Teile deine Tipps zum Thema “Weltreise finanzieren” gerne mit uns in den Kommentaren, damit auch noch andere davon profitieren können.

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